Hallo meine Lieben
Hier nun also mein ausfuehrlicher Bericht zum Kepler Track.
New Zealand ist bekannt fuer seine “Great Walks”. Im ganzen sind dies neun Tracks welche sich in ihrer Art komplett unterscheiden. Manche sind Alpine andere dagegen komplett im Urwald. Ich unternahm hier doch schon so einige Tageswanderungen, welche wunderschoen wahren, jedoch nicht in die Kategorie der “Great Walks” einzuordnen sind. Desshalb habe ich mich dazu entschlossen selbs einer dieser bekannten Wanderungen zu machen. Ich hatte nun doch schon so einige Buschwaelder gesehen, sodass es mir Leicht viel, mich fuer einen zu entscheiden. Der von mir gewaehlte ist bakannt unter dem Namen “Kepler Track” und ist in die Kategorie Alpine einzuordnen. Dieser Track ist ein sogenannter Loopwalk. Das heisst Start und Ziel am selben Ort. Da die Laenge dieser Wanderung doch knapp 70 km betraegt musste ich natuerlich auch meine Uebernachtungsplaetze im Voraus buchen. Normalerweise ist der Track in dieser Saison total ausgebucht. Ich hatte jedoch Glueck und ergatterte zwei der begehrten Plaetze in den Huts. Ich entschloss mich fuer eine drei Tagesvariante. Das hiess also zwei Naechte auf dem Berg.
Einen Tag vor dem Start musste ich mir noch ein Paar Sachen besorgen. Ich musste zum Beispiel das Kochequipment, einen Teller usw. selbst mitbringen. Da ich dies nicht extra fuer drei Tage kauffen wollte enschloss ich die Sachen zu mieten. Am Abend genoss ich dann aber ersteinmal ein Paar Bierchen am Strand des schoenen Sees in Te Anau. Noch nicht ahnend was mich in den kommenden Tagen noch alles erwarten wuerde.
Tag 1
Um 9.00 Uhr morgens gings dann endlich los. Ausgestattet mit ca. 12 kg Gepaeck auf dem Ruecken gings ersteinmal entlang des Sees in Richtung Start des Tracks. Dort angekommen hiess es dann auch schon hoch auf den Berg. Nach gut drei Stunden keuchen und schnaufen kahm ich an der Baumgrenze an. Die Aussicht die sich mir bot wahr bezaubernd. Und es wuerde noch besser kommen. Nach einer kurzen Rast gings dan aber weiter. Ich wanderte entlang an schoenen Blumen, rauschenden Baechen und zu meinem Erstaunen war ich so ziemlich alleine da oben, was mir sehr gefiel. Die Berge rund um mich herum, mit ihren Fiorden und Fluessen zu ihren Fuessen wahren einfach atemberaubend und liessen mich die Anstrengung komplett vergessen. Ich kam so etwa gegen zwei Uhr in meiner ersten Bleibe an. Ich wahr positiv ueberracht. Eine sehr schoen gelegene und gepflegte Unterkunft. Natuerlich komplett ohne Strom und Dusche versteht sich. Da der Tag ja noch lange und das Wetter sehr schoen war, was nicht der Normalfall ist in dieser Region, entschloss ich mich meinen Rucksack ertmal abzulegen und weiter hoch auf den Gipfel zu steigen. Es war mir klar, dass ich am kommenden Tag sowieso da rauf gehen wuerde, ich wollte jedoch meine Chance auf ein paar schoene Panoramabilder nicht vermasseln. Der Aufstieg dauerte ca. eineinhalb Stunden. Die Belohnung war aber herrlich. Ein netter Kerl aus den USA schoss dan auch ein Gipfelbild von mir und dem Gipfelkreuz. Beim Abstieg zur Unterkunft machte sich die Anstrengung das ertse Mal bemerkbar. Und ich wahr froh als ich mich, in der Huette angekommen, ersteinmal etwas entspannen konnte. Mein Tag war noch nicht zu Ende, denn ich hoehrte von einer Hoehle die sich nicht weit von da befinden sollte. Ich schnappte meine Taschenlampe und los gings in Richtung Hoehle. Ich wahr komplett alleine, und ich ueberlegte es mir desshalb zweimal da rein zu gehen. Mit einem mulmigen Gefuehl wagte ich mich jedoch hinein. Die Hoehle war ziemlich Lang, jedoch sehr niedrig und extrem glitschig. Nach einigen Minuten in der Dunkelheit entschloss ich mich dann aber fuer den Rueckweg. Da es noch nicht Zeit fuer Essen war entschied ich mich dafuer noch eine Weile in mein Buch zu versinken. Die Ruhe wurde aber schnell gestoert und zwar von zahlreichen Kekas die sich neben mir, in der schoenen Abendsonne vergnuegten. Einfach Klasse die Voegel. Sie sind ueberigens sehr intelligent und klauen alles was sich ihnen erbietet. So lehrnten auch schon Digitalkameras fligen. Nach zwei Portionen Fertignudeln und einem grossen Stueck “Schoggi” gings dann aber ab ins Bett. Ich stellte mir schon vor wie es wohl am naechsten Tag sein wuerde. Eingemulmt in meinen Schlafsack schlief ich zufrieden ein.
2. Tag Nach einem erholsamen Schlaf machte ich mich auf zur zweiten Etappe. Das Wetter war sehr schoen und eine Stunde spaeter stand ich nun zum zweiten Mal auf dem Gipfel. Weiter gings ueber viele Bergsaettel und Kaeme. Ich wahr sehr gut unterwegs und hatte daher viel Zeit fuer zahlreiche Fotos der schoenen Berglandschaft und den Fiorden. Nach nun fast mehr als eineinhalb Tagen bergauf Steigens musste es ja mal wieder hinunter gehen. Ich hatte etwas ein ungutes Gefuehl, da das bergab Gehen schon auf meinen letzten Wanderungen stets Schmerzen in meinen Knien hervorgerufen hatte. Leider wurde ich diesesmal nicht verschont. Die Szenerie war nach wie vor bezaubernd, jedoch wurde sie schnell von dem steigenden Stechen im rechten Knie getruebt. Das naechste Ziel lag zu diesem Zeitpunkt jedoch noch gute vier Stunden Marsch voraus. Ich machte einige Pausen, mein Knie dankte es mir. Ich kam etwa um fuenf Uhr Abends bei der Huette an. Ein weiterer schoener Platz zum verweilen. Jedoch uebersaet mit tausenden von Sandfliegen, welche sich unerbittlich ueber jeden freien Zentimeter Haut hermachen der sich ihnen erbietet. Einfach Horror sag ich euch. 1000 Mal schlimmer als unsere Stechmuecken. Juckreiz fuer ca. 10 Tage. Mein Knie war zu diesem Zeitpunkt kaum mehr belastbar. Ich entschloss mich desshalb schon ziemlich frueh ins Bett zu gehen um mein Knie noch etwas zu schohnen vor meiner letzten langen Etappe in Richtung Ziel.
3. Tag
An meinem letzten Tag auf dem Track zeigte sich dan auch zum erstenmal das uebliche Wetter. Eine Mischung zwischen Niesel und Regen. Eingekleidet in regenfester Montur startete ich gegen 8.00 Uhr in der Frueh. Ich wusste jedoch schon am Start, dass es nicht einfach wuerde. Die Schmerzen setzten leider schon nach wenigen Minuten wieder ein. Und ich hatte zu diesem Zeitpunkt einen kompletten "Anschiess" da ich es einfach nicht fair fand. Ich lief jedoch so schnell ich konnte, das Ziel stets vor Augen. Ich lief fuer die naechsten 6 Stunden ohne einen einzigen Halt. Ich trank weder Wasser noch ass ich etwas. Ich wollte einfach nur so schnell wie moeglich ans Ziel kommen. Da war ich dann auch endlich. Ueber eine letzte Haengebruecke und dan hatte ich es geschafft. 67 Kilometer in drei Tagen. Durch maerchenhafte Waelder, entlang schoener Seen und ueber hohe Berge. Als naechstes musste ich mir eine Mitfahrgelegenheit suchen die mich zurueck nach Te Anau bringen wuerde. Ich stellte mich mitten auf den Parkplatz und wartete auf meine Gelegenheit. Nach kurzem warten sass ich auch schon bei zwei einheimischen, sehr lustigen Frauen, im Auto welche ihre Maenner beim Fischen unterstuetz haben und nun zuruck nach Te Anau fuhren. Wir hatten eine nette Unterhaltung ueber allerlei Dinge. Zu meiner Ueberraschung fragte mich eine der zweien ob ich Lust haette mit ihnen Abend zu essen. Ich war zwar extreme fertig und muede, jedoch auch sehr erfreut ueber eine so spontane Einladung, dass ich natuerlich zusagte. Sie wuerden mich um sechs Uhr abholen. Einfach Klasse dachte ich. Nach einer fast einstuendiger Dusche, erste in drei Tagen, und einer guten Stunde Schlaf wahr es dann soweit. Ich wurde herzlich empfangen von der kompletten Mannschaft. Zwei Paaren, zwei kleinen Kindern und dem 16 jaehrigen Sohn der mir auch sofort ein Bier offerierte. Die Maenner wahren Fischer und Jaeger zugleich. Ich ass an dem Abend wohl das beste Fleisch seit langem. Hirsch vom feinsten. Nach drei gaengen Fleisch und einem grossen kallorienreichen Dessert musste aber auch ich kapitullieren. Wir verbrachten den restlichen Abend gemeinsam im Garten mit trinken und schwatzen. Ich glaube dies war wohl das beste und herzlichste Kiwi Erlebniss das ich bis jetzt erlebt habe. Nach einem so schoenen Abend genoss ich dann mein Bett umsomehr.
Das wahren drei Tage voller neuen Erfahrungen und Eindruecke. Ich moechte dieses Erlebniss nicht missen. Mein Knie schmerzt auch Heute, gut vier Tage noch etwas. Das wird wohl meine letzte Wanderung in diesem schoenen Land gewesen sein. Nun gehts ja auch bald los nach Australien. Ich bin ja mal gespannt was mich da boch alles erwarten wird.
Bis dahin machts gut meine Freund und bis bald mal wieder.
Lg Philipp der Wanderer